Kurzantwort: Eine Notrufuhr ohne Abo benötigt keine verpflichtende Service- oder Notrufzentralen-Gebühr. Damit sie unterwegs telefonieren, Notfallkontakte anrufen und Daten für eine Angehörigen-App übertragen kann, ist jedoch eine geeignete SIM-Karte erforderlich. Deshalb bedeutet „ohne Abo“ nicht automatisch „ohne laufende Kosten“: Je nach gewähltem Mobilfunktarif entstehen Kosten für Telefonie, SMS und Daten.
Stand: 16. Juli 2026
Autor: Kai Achilles
Transparenzhinweis: One Button Phone stellt selbst eine Notrufuhr ohne verpflichtendes Service-Abo her. Allgemeine Informationen und Produktangaben werden in diesem Ratgeber deutlich voneinander getrennt.
Was ist eine Notrufuhr ohne Abo?
Eine Notrufuhr ist ein am Handgelenk getragenes Mobilfunkgerät, über das im Notfall vorher festgelegte Kontakte angerufen werden können. Je nach Modell gehören eine SOS-Taste, eine automatische Sturzerkennung, Telefonie, GPS-Ortung und eine App für Angehörige zum Funktionsumfang.
„Ohne Abo“ bedeutet, dass für das Gerät kein verpflichtender Vertrag mit einer Notrufzentrale oder dem Hersteller abgeschlossen werden muss. Für die Mobilfunkverbindung wird trotzdem eine SIM-Karte mit einem geeigneten Tarif benötigt. Nutzer können dadurch ihren Anbieter und Tarif selbst auswählen.
Welche Kosten entstehen trotzdem?
Beim Vergleich verschiedener Angebote sollten Anschaffungspreis, Mobilfunkkosten und optionale Servicegebühren getrennt betrachtet werden.
| Kostenart | Notrufuhr ohne verpflichtendes Service-Abo | System mit Notrufzentrale |
|---|---|---|
| Anschaffung | einmaliger Gerätepreis | je nach Anbieter Kauf, Miete oder Bereitstellung |
| Mobilfunk | eigener Tarif oder optionale SIM-Lösung | häufig im monatlichen Entgelt enthalten |
| Notrufzentrale | nicht enthalten | normalerweise monatlich kostenpflichtig |
| Vertragsbindung | vom gewählten Mobilfunktarif abhängig | je nach Anbieter und Vertrag |
| Ansprechpartner im Alarmfall | hinterlegte Angehörige oder Vertrauenspersonen | besetzte Notrufzentrale |
Beim One Button Phone beträgt der Gerätepreis 299 Euro. Für Kunden in Deutschland liegt eine Vodafone-SIM bei, die optional aktiviert werden kann. Der Tarif kostet 5,99 Euro monatlich und enthält Telefonie, SMS und Datenvolumen. Die Karte muss nicht aktiviert werden; alternativ kann eine selbst gewählte kompatible SIM-Karte verwendet werden. Entscheidend ist, dass der Tarif die benötigten Telefonie- und Datenfunktionen unterstützt.
Warum wird eine SIM-Karte benötigt?
Die SIM-Karte stellt die Mobilfunkverbindung her. Sie wird insbesondere für folgende Funktionen benötigt:
- Anrufe an hinterlegte Notfallkontakte
- normale ein- und ausgehende Telefonate
- Datenübertragung zur App für Angehörige
- Änderung von Einstellungen aus der Ferne
- GPS-Standortabfragen über die App
Ohne eine aktive und geeignete SIM-Karte kann das One Button Phone seine mobilfunkbasierten Notruf- und App-Funktionen nicht zuverlässig bereitstellen.
Ausführliche Hinweise zur Tarifwahl und Einrichtung finden Sie im Ratgeber „Welche SIM-Karte für die Notrufuhr?“.
Wie funktioniert die Notrufkaskade?
Beim One Button Phone können drei Notfallkontakte hinterlegt werden. Wird die SOS-Taste gedrückt oder ein Sturz erkannt, ruft das Gerät diese Kontakte nacheinander an. Nimmt der erste Kontakt nicht ab, folgt der zweite und anschließend der dritte Kontakt.
Ein ausgelöster Notfallanruf kann am Gerät abgebrochen werden. Das ist besonders wichtig, wenn die Sturzerkennung einen Fehlalarm auslöst.
Als Notfallkontakte eignen sich Personen, die zuverlässig erreichbar sind, die Situation der tragenden Person kennen und im Ernstfall angemessen handeln können. Die Kontaktkette sollte gemeinsam besprochen und regelmäßig getestet werden.
Darf die 112 gespeichert werden?
Die Nummer 112 kann technisch als Kontakt gespeichert werden. Sie ist jedoch ausschließlich für akute oder vermutete lebensbedrohliche Notfälle vorgesehen. Nicht erreichte Angehörige allein sind noch kein Beleg für einen medizinischen Notfall.
Wer die 112 in die Kontaktkette aufnehmen möchte, sollte Fehlalarme, die Abbruchmöglichkeit und das richtige Verhalten bei einer Verbindung mit der Leitstelle vorher sorgfältig besprechen. Bei einem Notruf müssen Fragen der Leitstelle beantwortet und der Aufenthaltsort möglichst genau angegeben werden. Für dringende, aber nicht lebensbedrohliche medizinische Probleme ist in Deutschland der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 zuständig.
Was können Angehörige über die App einstellen?
Über die Familien-App können Angehörige Einstellungen aus der Ferne verwalten. Dazu gehören beispielsweise:
- Notfallnummern ändern
- das normale Telefonbuch verwalten
- die Whitelist für eingehende Anrufe ein- oder ausschalten und bearbeiten
- den GPS-Standort abfragen
- die Empfindlichkeit des Sturzsensors einstellen
- Puls- und Blutdruckwerte abfragen
- mehrere One Button Phones verwalten
- weitere kompatible One Button Phone Produkte verwalten
- weitere Geräteeinstellungen anpassen
Für diese Funktionen benötigt die eingesetzte SIM-Karte Datenvolumen. Vor der Einrichtung sollte geklärt werden, wer Zugriff auf Standort- und Gerätedaten erhält. Standortabfragen sollten transparent und mit Einverständnis der tragenden Person erfolgen.
Kann die Uhr auch als Telefon genutzt werden?
Ja. Das One Button Phone kann Anrufe empfangen und wie ein einfaches Mobiltelefon für Gespräche genutzt werden. Zusätzlich zu den drei Notfallkontakten lassen sich zehn weitere Telefonnummern speichern. Diese zehn Kontakte gehören nicht zur automatischen Notrufkaskade.
Damit eignet sich das Gerät nicht nur für Notfälle, sondern auch für kurze Alltagsgespräche, ohne dass ein zusätzliches Smartphone griffbereit sein muss.
Wie lange hält der Akku?
Im Standby-Betrieb kann der Akku des One Button Phone bis zu vier Tage halten. Die tatsächliche Laufzeit hängt stark von der Nutzung ab. Häufige GPS-Abfragen, längere Telefonate und eine intensive App-Nutzung erhöhen den Energieverbrauch. Bei starker Nutzung kann bereits nach etwa zwei Tagen ein erneutes Laden erforderlich sein.
Für den Alltag empfiehlt sich eine feste Laderoutine. Die Uhr sollte möglichst nicht erst dann geladen werden, wenn der Akku fast leer ist. Angehörige sollten gemeinsam mit der tragenden Person einen leicht verständlichen Ladezeitpunkt festlegen.
Wie wassergeschützt ist die Notrufuhr?
Das One Button Phone ist nach IP67 staub- und spritzwassergeschützt. Der Schutz ist für typische Alltagssituationen vorgesehen. Nicht zum Baden, Duschen oder Schwimmen verwenden. Nach Kontakt mit Wasser sollte das Gerät vorsichtig abgetrocknet und vor dem Laden vollständig trocknen gelassen werden. Der Begriff „wasserdicht“ wird bewusst vermieden, weil er einen uneingeschränkten Schutz vor Wassereintritt vermuten lassen könnte.
Wie zuverlässig ist die Sturzerkennung?
Eine automatische Sturzerkennung ist eine unterstützende Sicherheitsfunktion. Sie kann nicht jeden Sturz zuverlässig erkennen und kann umgekehrt auch durch bestimmte Bewegungen einen Fehlalarm auslösen. Sie ersetzt daher weder die manuelle SOS-Taste noch einen persönlichen Notfallplan.
Nach der Einrichtung sollte die Alarmkette kontrolliert getestet werden. Alle Beteiligten sollten wissen, wie ein Fehlalarm abgebrochen wird und was bei einem echten Alarm zu tun ist.
Sind Puls- und Blutdruckwerte medizinische Messungen?
Nein. Die Vitalwertfunktionen des One Button Phone sind nicht medizinisch validiert. Die Blutdruckanzeige kann mithilfe der Werte eines herkömmlichen Blutdruckmessgeräts kalibriert werden. Auch nach einer solchen Kalibrierung ersetzt die Uhr jedoch kein medizinisches Messgerät. Angezeigte Werte dürfen nicht für Diagnosen, Therapieentscheidungen oder die Anpassung von Medikamenten verwendet werden. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder auffälligen Werten ist medizinischer Rat erforderlich. In akuten, möglicherweise lebensbedrohlichen Situationen ist die 112 zu wählen.
Für wen eignet sich eine Notrufuhr ohne Abo?
Eine solche Lösung kann sinnvoll sein, wenn:
- eine Person zu Hause und unterwegs eine einfach erreichbare SOS-Funktion benötigt;
- Angehörige oder Vertrauenspersonen die Alarmannahme übernehmen können;
- eine Notrufzentrale nicht gewünscht wird;
- freie Tarifwahl und überschaubare laufende Kosten wichtig sind;
- Kontakte, Mobilfunkanbieter und bei Bedarf auch eine externe Notrufzentrale frei gewählt werden sollen;
- Telefonie und GPS-Ortung in einem tragbaren Gerät kombiniert werden sollen;
- die betroffene Person das Gerät zuverlässig trägt und regelmäßig lädt.
Das One Button Phone ist ein frei konfigurierbares Gerät und nicht an einen bestimmten Notrufdienst gebunden. Nutzer können Angehörige oder andere Vertrauenspersonen als Notfallkontakte hinterlegen. Wenn eine professionelle Alarmannahme gewünscht ist, kann auch die Rufnummer einer selbst gewählten Notrufzentrale gespeichert werden, sofern der betreffende Dienst dies unterstützt und zuvor ein entsprechender Vertrag abgeschlossen wurde. Die technische Eintragung einer Rufnummer ersetzt keinen Vertrag mit einer Notrufzentrale.
Wann ist ein System mit Notrufzentrale möglicherweise besser?
Eine Notrufzentrale kann geeigneter sein, wenn Angehörige nicht zuverlässig erreichbar sind, eine professionelle 24-Stunden-Annahme gewünscht wird oder eine organisierte Hilfeleistung einschließlich hinterlegter Zugangsregelungen benötigt wird. Da das One Button Phone nicht an einen bestimmten Dienst gebunden ist, kann die Rufnummer einer selbst gewählten Notrufzentrale hinterlegt werden, sofern dieser Anbieter externe Geräte beziehungsweise direkte Anrufe unterstützt und ein entsprechender Vertrag besteht.
Die Entscheidung sollte deshalb nicht allein vom Preis abhängen. Entscheidend ist, wer einen Alarm tatsächlich annimmt, wie Hilfe organisiert wird und ob die Lösung zur Lebenssituation der tragenden Person passt.
Kaufkriterien: Darauf sollten Sie achten
Vor dem Kauf sollten mindestens diese Fragen beantwortet werden:
- Wer nimmt einen Alarm tagsüber, nachts und am Wochenende an?
- Was geschieht, wenn der erste Kontakt nicht erreichbar ist?
- Funktioniert das Gerät überall dort, wo es benötigt wird?
- Welche Mobilfunkkosten entstehen tatsächlich?
- Wie lässt sich ein Fehlalarm abbrechen?
- Wie häufig muss der Akku realistisch geladen werden?
- Ist die Bedienung auch unter Stress verständlich?
- Wer darf Standort- und Gerätedaten über die App einsehen?
- Wie wird die Alarmkette regelmäßig getestet?
- Ist für die konkrete Situation eine Notrufzentrale sinnvoller?
Vor der ersten Nutzung: kurze Checkliste
- SIM-Karte aktivieren und Mobilfunkverbindung prüfen
- drei geeignete Notfallkontakte festlegen
- Kontakte über ihre Rolle informieren
- SOS-Taste gemeinsam testen
- Sturzalarm und Abbruchfunktion erklären
- App-Zugänge und Datenschutz abstimmen
- GPS-Abfrage testen
- feste Laderoutine vereinbaren
- Telefonnummern regelmäßig kontrollieren
- Vorgehen bei einem echten Notfall besprechen
Häufige Fragen
Funktioniert eine Notrufuhr ohne Abo vollständig kostenlos?
Nein. Auch ohne verpflichtendes Service-Abo entstehen normalerweise Mobilfunkkosten für die erforderliche SIM-Karte. Die Höhe hängt vom gewählten Tarif ab.
Kann ich eine eigene SIM-Karte verwenden?
Beim One Button Phone kann eine selbst gewählte kompatible SIM-Karte eingesetzt werden. Der Tarif muss die benötigten Telefonie- und Datenfunktionen unterstützen.
Ist die mitgelieferte Vodafone-SIM verpflichtend?
Nein. Kunden in Deutschland können sie optional für 5,99 Euro monatlich aktivieren oder eine geeignete eigene SIM-Karte nutzen.
Wie viele Notfallkontakte lassen sich speichern?
Es können drei Kontakte für die Notrufkaskade gespeichert werden. Zusätzlich lassen sich zehn normale Telefonkontakte hinterlegen.
Was passiert, wenn der erste Kontakt nicht antwortet?
Das Gerät ruft den zweiten und anschließend den dritten gespeicherten Notfallkontakt an.
Kann ein Fehlalarm abgebrochen werden?
Ja. Ein ausgelöster Notfallanruf kann am Gerät abgebrochen werden.
Funktioniert die Ortung ohne Datenvolumen?
Für die Übertragung des Standorts an die Angehörigen-App wird eine Datenverbindung benötigt.
Ist das Gerät wasserdicht?
Das One Button Phone ist nach IP67 staub- und spritzwassergeschützt. Der Schutz ist für typische Alltagssituationen vorgesehen. Nicht zum Baden, Duschen oder Schwimmen verwenden.
Hält der Akku immer vier Tage?
Nein. Bis zu vier Tage sind im Standby-Betrieb möglich. Bei häufigen Ortungen und Telefonaten kann die Laufzeit auf ungefähr zwei Tage sinken.
Ersetzt die Uhr medizinische Messgeräte?
Nein. Die Vitalwertfunktionen sind nicht medizinisch validiert. Die Blutdruckanzeige lässt sich zwar anhand eines herkömmlichen Blutdruckmessgeräts kalibrieren, ersetzt dadurch aber kein medizinisches Messgerät und darf nicht als Grundlage für Diagnosen oder Therapieentscheidungen verwendet werden.
Fazit
Eine Notrufuhr ohne verpflichtendes Service-Abo kann eine flexible Lösung für Menschen sein, die Angehörige direkt erreichen und ihren Mobilfunktarif selbst wählen möchten. Sie ist jedoch nicht vollständig kostenfrei und ersetzt keine professionell besetzte Notrufzentrale. Vor der Entscheidung sollten Erreichbarkeit, Alarmablauf, Mobilfunkversorgung, Akkuroutine und Datenschutz gemeinsam geklärt werden.
Das One Button Phone kostet 299 Euro, benötigt eine aktive SIM-Karte und kann drei Notfallkontakte nacheinander anrufen. Die optionale Vodafone-SIM für Kunden in Deutschland kostet 5,99 Euro monatlich; eine geeignete eigene SIM-Karte ist ebenfalls möglich. Das Gerät bietet außerdem Telefonie, GPS-Ortung, eine Angehörigen-App und eine automatische Sturzerkennung. Diese Funktionen sollten als Unterstützung innerhalb eines gemeinsam vereinbarten Notfallplans verstanden werden.
Quellen und weiterführende Informationen
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Quellen zuletzt geprüft am 06.08.2026.









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